Küchenutensilien – nützlich oder unnütz?

Küchenutensilien - Varianten

Unnütze Küchenutensilien: Ein Blick in die Küchenutensilien-Schublade einer Freundin (v. l.): Ketchuplöffel, Apfelentkerner, Apfelsinenmesser, Radieschenteiler, Melonenlöffel, Zitronenschaber, Tomatenstrunkentferner, (unten) Pellkartoffelgabeln.

Mareike Knue, freiberufliche Texterin und Bloggerin bei Elterntipps Rheine ist über die diversen Küchenutensilien, die es inzwischen gibt, sehr erstaunt, berichtet von ihren Erfahrungen und stellt sich der Frage: Brauche ich das wirklich?

Neulich habe ich in der Küchenschublade einer Freundin nach einem Schälmesser gesucht – und fand ein mir bisher unbekanntes Universum: die Küchenutensilien-Sammlung ihres Mannes. Wusstest du, dass es extra einen Tomatenstrunkentferner gibt? Und einen besonderen Löffel, mit dem du auch bis in den letzten Winkel der Ketchupflasche kommst? Einen Apfelentkerner kannte ich ja noch: aus dem Kindergarten, wenn unsere Erzieherinnen Zauberäpfel machten. Aber den Rest der Sammlung konnte ich ohne Hilfe weder einem Zweck zuordnen, noch hatte ich diese Küchenutensilien bisher in meinem Leben vermisst. Das brachte mich zu der Frage:

Welche Küchenutensilien braucht man eigentlich wirklich?

Natürlich ist es abhängig davon, wie du kochst und wie oft. Ein Berufskoch, der pro Tag 100 Eier in Streifen schneiden muss, kann einen Eierschneider natürlich gut gebrauchen. Wer einmal im Jahr Eiersalat für eine Party macht, hat den Eierschneider 364 Tage lang unbenutzt im Schrank stehen. Demjenigen, der täglich eine frische Mahlzeit auf den Tisch bringen möchte und dafür keinen Anspruch auf Profiwerkzeug erhebt, empfehle ich folgende Ausstattung:

Küchenutensilien für’s Schneiden, Schälen und Zerkleinern

Seit Jahren komme ich mit zwei Messern aus: einem großen mit Säge für Brot, Käse und Tomaten und einem kleinen ohne Säge für Gemüse, Obst, Kartoffeln, Spargel – ja, auch Spargel habe ich lange Zeit mit diesem Messer geschält! Es geht, war allerdings etwas mühsam. Also habe ich mir noch einen Sparschäler geholt. Damit kann man auch Möhren besser schälen, wenn man möchte. Alles Runde wie Kartoffeln solltest du aber weiterhin mit dem Messer schälen, Sparschäler schneiden da zu viel ab.

 

Küchenutensilien: Messer

Normalerweise kommt man prima mit einem kleinen Messer ohne Säge und einem großen mit Säge aus. Wichtig: Scharf müssen sie sein!

Egal wie viele Messer du dir holst: Achte hier auf Qualität! Nichts nervt mich beim Zubereiten mehr als stumpfe Messer! Wenn du wissen willst, was man in der Küche nicht braucht, googel mal Spezialschneider. Okay, wenn du häufig frische Kräuter hackst, ist ein Wiegemesser ganz angenehm, aber ich schnippel meine Kräuter einfach immer mit der Bastelschere…

Küchenutensilien für’s Kochen, Rühren und Auftragen

Beim Kochen bin ich etwas großzügiger mit der Anzahl meiner Küchenutensilien: Zum Rühren nimmst du  am besten einen langstieligen Löffel, der die Wärme schlecht leitet, sonst verbrennst du dir die Finger. Kunststoff oder Holz eignen sich da.

Küchenutensilien - Löffel und Schneebesen

Ein guter Rührlöffel ist wichtig – Schneebesen dagegen sind entbehrlich. Überrascht hat mich die Verwendungsvielfalt des Spaghettilöffels.

Schneebesen brauchst du nur, wenn du keinen Mixer zum Sahneschlagen oder zum Pfannkuchenteig rühren hast – und Letzteres bekommst du auch mit der Gabel hin. Und wenn du doch einen Schneebesen kaufst: Nehm den Klassiker! Es hat einen Grund, warum Generationen vor dir damit gekocht haben! Das Ding, was dem so beliebten Kopfmassage-Teil ähnelt, taugt nichts!

Eigentlich dürfte ein Spaghettilöffel unter meinen Küchenutensilien nicht vorkommen, denn er kann ja nur Spaghetti … Dachte ich. Er eignet sich aber auch super, um gekochte Eier aus dem Topf zu heben (denn natürlich besitze ich keinen Eierkocher), weil das Wasser anders als beim normalen Löffel abläuft und das Ei beim Abschrecken unter laufendem Wasser nicht herunterfällt. Außerdem lässt sich damit Gemüse aus dem Wasser holen, wenn du die Brühe anderweitig verwenden willst, statt sie abzugießen. (Deswegen brauche ich auch keine Schöpfkelle.)

Außerdem brauchst du einen Pfannenwender unter deinen Küchenutensilien. Hier eignen sich die aus Kunststoff weniger, die Spitze ist meistens nicht hitzebeständig genug. Auch hier empfehle ich Holz, besonders wenn du beschichtete Pfannen hast.

Küchenutensilien - Pfannenwender

Wie du an meinem Pfannenwender siehst, ist die Spitze schon ziemlich verschmort … Nimm lieber Holz.

Wenn du ein Fan von Stampfgemüse bist oder Babynahrung zubereiten musst, benötigst du einen stabilen Kartoffelstampfer. Nimm die, die so aussehen wie der bei deiner Oma, kein neumodisches Designteil – die sind oft instabil oder verbiegen.

Küchenutensilien - Schöpfer und Stampfer

Stampfer und Kellen sind eine Frage der Kochweise und des Stilempfindens.

Kellen müssen natürlich her, wenn du Suppe oder Soße servieren willst – es sei denn du steigst auf Strohhalme um. (Scherz.) Ob man unbedingt zwei braucht oder einfach einen in mittlerer Größe für beides nimmt, liegt daran, wie stilbewusst du bist.

Lass dich nicht veräppeln von Küchenutensilien, die man nicht braucht

Auf den ersten Blick wirken sie praktisch, aber die meiste Zeit liegen sie nur in Schrank und Schublade herum: Eierschneider (geht mit dem Messer), Pizzaschneider (geht auch mit dem Messer), Ketchuplöffel (Reste einfach mit heißem Wasser ausspülen und in einer Soße verarbeiten), Apfelentkerner (Äpfel vierteln und mit dem Messer Gehäuse entfernen), Apfelsinenmesser (geht mit einem normalen Messer), Radieschenteiler (Ist dieser Dekoschnitt ein Extra-Küchenutensil wert?), Melonenlöffel (nehmt einen normalen), Zitronenschaber (geht mit der Reibe), Tomatenstrunkentferner (Tomaten halbieren und Strunk rausschneiden), Pellkartoffelgabeln (geht mit normalen Gabeln).

Die Küche übersichtlich halten – nicht nur bei den Küchenutensilien!

Letztlich haben die meisten Küchen, in die ich komme, zu wenig Stauraum und überall Chaos in den Schränken – und es ist ganz egal, wie groß die Küche tatsächlich ist! Das fängt beim „Werkzeug“ an, geht über Geschirr und endet bei den Lebensmitteln.

Küchenutensilien - Reisschälchen

Meine Großtante war im Besitz von Reisschälchen! Sind wir der Kaiser von China, dass wir unseren Reis nicht einfach auf den Teller tun können? Bei mir dienen sie jetzt als Müsli- und Dessert-Schälchen.

Aussortieren bei den Lebensmitteln

Ich koche Milchreis aus normalem „pappigem“ Reis, weil man mit Milchreis nur Milchreis kochen kann, mit Reis dagegen alles von Reisplätzchen über Aufläufe bis zu Risotto. Ich kaufe kein Mondamin, weil man Andicken auch mit Mehl hinbekommt – und damit nebenbei auch Kuchen backen kann etc. Ich kaufe kein Bratfett, weil Öl auch funktioniert, und zwar nicht nur zum Braten, sondern auch zum Fetten, Backen, für Salate … Der Vorteil, wenn du weniger verschiedene Lebensmittel hast: Du hast mehr Möglichkeiten, sie zu verwerten, so wird dir weniger schlecht und du schmeißt weniger weg.

Fertigtütchen fressen Platz, Geld und Gesundheit

Und sortier mal deine Fertigtütchen aus: Damit tust du nicht nur deiner Gesundheit etwas Gutes und deinem Geldbeutel, sondern auch deiner Küchenordnung. Das meiste, was du bisher mit Tütchen kochst, kriegst du auch selbst hin. (Stichwort Bolognese: Hackfleisch und Zwiebeln anbraten, passierte Tomaten dazu, würzen, fertig! Geht genauso schnell ganz ohne Glutamat, Aromen, Antioxidantien …)

Fazit: mehr Alleskönner unter den Küchenutensilien

Achte beim Kauf von Küchenutensilien einfach auf zwei Dinge:

Erste Frage: Was kann das Ding? Findest du nicht wenigstens drei Verwendungsmöglichkeiten, lass es liegen.
Zweite Frage: Wie oft benutze ich das? Lautet die Antwort: seltener als alle zwei Wochen, kaufe es ebenfalls nicht.

Das Küchenutensilien-Universum meiner Freundin dehnt sich übrigens aus: Zu Weihnachten hat ihr Mann einen Kiwi-Löffel geschenkt bekommen …

Ein Gastbeitrag von Mareike Knue.

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