Minimalismus-Tipps aus dem Kloster

Minimalismus

Minimalismus ist ein zentraler Bestandteil des Lebens im Kloster.

Der Mönch David Damberg erklärt, was er selbst unter „Minimalismus“ versteht, berichtet über seine Erfahrungen mit Minimalismus im Kloster und gibt Tipps für das alltägliche Leben.

Geht es dir auch so wie vielen anderen? Die Wohnung ist voller Bücher, Erinnerungenstücken, Bildern und Klamotten. Irgendwo liegt noch ein Stapel alter Briefe, Zeitungen und vieles mehr. Wie gut wäre es doch, einfach weniger zu haben, eine Wohnung, wo nur das drin ist, was ich wirklich brauche und nicht mehr. Es hätte was von Freisein, weniger Ballast mit sich herumschleppen, mehr Raum haben und weniger Ablenkung.

Vielleicht so etwas wie eine schlichte Mönchszelle, nur etwas größer. Ich lebe selber in einem Kloster und bin Mönch. Nun mal ganz ehrlich: Auch ich muss mich um den Minimalismus im Leben immer wieder mühen. Aber ich weiß auch: Reduziert zu leben, ist ein großer Gewinn, er macht mich wirklich frei.

Was bedeutet Minimalismus?

Mit Minimalismus ist gemeint ,,dass du nur wirklich das in deinem Zimmer hast, was du brauchst, und, dass du auf alles Dekorative verzichtest. Keine Verzierungen, keine Schnörkel, alles ganz schlicht. Barock kann man als das Gegenteil von dem bezeichnen, was man Minimalismus nennt. Es geht auch darum, bewusst zu leben und die Dinge zu tun: gehen, stehen, telefonieren, abwaschen. Vielleicht müsstest du ganz schön entrümpeln, um deine Wohnung und vielleicht sogar dein Leben nach dem Prinzip Minimalismus zu gestalten. Aber es lohnt sich. Denn: Weniger ist mehr! Bewusster ist mehr! Ich will dir hier ein paar Tipps geben, wie das gelingen kann.

Minimalismus leben

1. Frage dich bei allem, was du kaufst, vor allem bei Gebrauchsgütern: Brauche ich das wirklich?

2. Reserviere jede Woche eine feste Zeit, um zu entrümpeln.

3. Von allem: immer nur eins. Schau mal auf die Fensterbank oder auf die Wände. Wieviele Blumen stehen da und wieviele Bilder hängen an der Wand. Entscheide dich pro Wand und pro Fensterbank immer nur für eine Sache. So kann das einzelne viel besser wirken und hat Luft, sich zu zeigen.

4. Stell einen Papierkorb in die Nähe der Haustür. Alle eingehende Werbung kannst du so gleich entsorgen und sie fliegt nicht erst in der Wohnung herum.

6. Aber auch das: Iss langsam und mit Genuss.

7. Gehe bewusst und nicht zu schnell.

8. Gewöhne es dir an, statt den Fernseher anzuschalten, bewusst Musik zu hören. Oder wie wäre es mit einer viertel Stunde Schweigen: bei sich ankommen, das innere Leben spüren und wertschätzen?

Noch mehr Minimalismus

Der Minimalismus im Kloster soll den Mönch zu sich selber führen und keine Ablenkung schaffen. Es geht darum, in sich selbst verankert zu sein und in Kontakt mit der inneren göttlichen Gegenwart zu sein und zu bleiben.


Daher mein letzter Tipp:

Beginne zu meditieren, es schafft dir eine Grundlage für alle Situationen deines Lebens.


 

Viel Freude wünsche ich Dir dabei!

Ein Gastbeitrag von David Damberg.

2 Responses to “Minimalismus-Tipps aus dem Kloster

  • Gute und praktikable Tipps. Ich halte sehr viel davon, Minimalismus und Achtsamkeit miteinander zu verbinden, daher lese ich das natürlich sehr gerne.
    Vielleicht wäre es auch eine Idee, den Mülleimer direkt draußen vor dem Haus neben den Briefkästen zu plazieren mit einem Hinweisschild: Werbung hier hinein 😉
    Ok, geht auch mit einem Hinweisschild „kein Werbung“ auf dem Briefkasten.

    • Die Idee mit dem Mülleimer direkt vor dem Haus finde ich auch sehr gut! In meiner alten Wohnung stand sogar direkt neben den Briefkästen ein Mülleimer für Altpapier:) Der wurde dann vom Hausmeister regelmäßig geleert. Umweltfreundlicher ist natürlich der „Keine Werbung“-Aufkleber, wenn man denn wirklich keine will.

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